
Leitbild
Wie du und ich
Alle Menschen sind verschieden und doch gleich. Verschieden zu sein ist normal, denn jeder ist einzigartig und unverwechselbar. Gleich sind die Menschen in ihren Bedürfnissen und Rechten.
Geistig beeinträchtigte Menschen sind Menschen wie andere auch: sowohl gleich als auch verschieden.
Menschen mit geistiger Beeinträchtigung haben die gleichen Rechte und Bedürfnisse wie alle anderen. Sie möchten selbst bestimmt, mitten unter uns, gleichwertig, geachtet leben und Anerkennung finden. Sie brauchen Partner, die genau hinhören. Geistig beeinträchtigte Menschen wollen ernst genommen werden – selbst wenn sie sich nicht in Worten verständlich machen können.
„Auch wer nicht rechnen kann, zählt mit! Auch wer nicht sprechen kann, hat viel zu sagen.“
Wie andere auch möchten geistig beeinträchtigte Kinder sich entwickeln, Kindergarten und Schule besuchen, mit anderen spielen und lernen: Kinder brauchen Kinder!
Wie andere auch haben geistig beeinträchtigte Menschen Anspruch auf ein eigenes Zuhause, einen privaten Lebensraum, den sie sich selbst gestalten dürfen. Das Elternhaus zu verlassen gehört zum Erwachsenwerden. Wie geistig beeinträchtigte Menschen wohnen möchten, hängt von ihren Neigungen und Fähigkeiten ab.
Wie andere auch möchten geistig beeinträchtigte Menschen zur Arbeit gehen. Sie haben das Recht auf Eingliederung in die Arbeitswelt, auf einen humanen Arbeitsplatz, auf gerechte Entlohnung und Mitwirkung.
Wie andere auch entwickeln sich geistig beeinträchtigte Menschen als Mann und Frau. Sie habe ein Recht auf Sexualität und Partnerschaft.
Wie andere auch möchten geistig beeinträchtigte Menschen Freunde finden, ihre Freizeit gestalten, kreativ sein, Freude an Spiel und Sport haben, Erwachsenenbildung in Anspruch nehmen, Zugang zum Glauben suchen.
Wie andere auch wünschen sich geistig beeinträchtigte Menschen, in Würde alt zu werden.
Um leben zu können wie andere auch, brauchen geistig beeinträchtigte Menschen:
- freundliche und verständnisvolle Mitmenschen
- motiviertes und gut ausgebildetes Fachpersonal
- Wissenschaftler und Fachleute, die Grundlagen und Konzeptionen der Förderung ständig weiterentwickeln
- Politiker, die sich für die Rechte geistig beeinträchtigte Menschen stark machen
- eine Gesetzgebung, die den Nachteilsausgleich garantiert
- Behörden, die nicht den „Fall“, sondern den Menschen sehen
- eine aufgeschlossene Bevölkerung, die bereit ist, über öffentliche Mittel und Spendenausreichend Geld für geistig beeinträchtigte Menschen zur Verfügung zu stellen
- eine Gesellschaft, die sie nicht durch Ausgrenzung behindert
- spezielle Hilfen in allen Lebensbereichen


